Stehen das interessierende Phänomen, die es erzeugenden oder
beeinflussenden Indikatoren sowie auch die zu ihrer Messung wiederum
notwendigen Fragen/Items fest, geht es daran, sich für eins von
verschiedenen Verfahren der Datenerhebung zu entscheiden. In diesem Buch
geht man natürlich im Wesentlichen davon aus, dass dies eine Befragung
und bspw. kein Labor-Experiment ist. Die Befragung an sich lässt sich
allerdings auch auf verschiedene Weisen durchführen, wobei sich
insbesondere die Differenzierung in eine schriftliche und mündlich
Variante aufdrängt. In diesem Abschnitt sollen auch diese beide Formen
sowie die strukturierte Beobachtung kurz vorgestellt werden. Andernorts
unterscheidet man bspw. die Befragung von der Beobachtung und der
Inhaltsanalyse. Diese ebenfalls gängige Unterteilung wird hier jedoch
nicht verwendet, weil bei betriebsnahen Untersuchungen gerade auch die
schriftliche und hierbei vor allen Dinge eine im Internet durchgeführte
Untersuchung mit einem elektronischen Fragebogen aus Kostengründen
besonders häufig im Einsatz sind. Hier kann man dann eine große
Unterscheidung zwischen einer von einem Interviewer durchgeführten und
einer mit Hilfe einer Online-Anwendung durchgeführten Befragung treffen,
die auch in diesem Abschnitt vorgestellt werden soll.
Ganz unabhängig davon, ob nun schon die einzelnen Merkmale von den beiden
wichtigsten Arten der Befragung nämlich schriftliche Befragung oder Interview
dargestellt worden sind oder nicht, kann man schon einmal kurz die Vor- und
Nachteile der beiden Verfahren bedenken.
Das gängige Verfahren der Befragung im betriebsnahen Bereich, das man auch
vermutlich schon einmal selbst aus Teilnehmer-Sicht gesehen hat, ist die einfache
schriftliche Befragung. Dabei lassen sich die beiden Formen der elektronischen
und nicht elektronischen Durchführung unterscheiden. Der Fragebogen kann bei
einer elektronischen Befragung sehr viel reichhaltiger sein und auch eine Reihe
an interaktiven und dynamischen Elementen enthalten, mit denen das Fragebogen-Erlebnis
für den Teilnehmer interessanter gestaltet werden kann als mit einem Papier-Fragebogen.
Dieser jedoch hat den unbestreitbaren Vorteil, dass er eine deutlich größere
Zielgruppe erreichen kann, wobei nicht eine geographische oder zeitliche Reichweite
gemeint ist, die möglicherweise bei einem elektronischen wieder besonders groß
ist, sondern gerade die Unabhängigkeit von einem Zugang zu einem Rechner.
Das Interview ist die klassische Form der Befragung, an die viele
Personen vielleicht auch spontan denken, wenn sie von einer Umfrage oder
Befragung hören. Der Fragebogen wird dann sicherlich als nächstes vor
dem inneren Auge erscheinen, wobei dann auch die formular- oder
testähnliche Beantwortung der Fragen zusätzlich erscheinen dürfte.
Normalerweise denkt man bei einem Fragebogen an den Einsatz als Grundlage
für ein Interview oder als Formular für die direkte schriftliche
Bearbeitung durch die Teilnehmer. Man kann jedoch einen Fragebogen auch
noch in weiteren Situationen einsetzen, wobei hier jeweils der Fragebogen
mehr als Formular verstanden wird. Ein solches Formular setzt sich aus
den gleichen Elementen wie ein Fragebogen zusammen: Im Zentrum steht der
Fragenkatalog mit Fragen und möglichen Antworten bzw. der Gelegenheit,
freie Antworten einzugeben. Teilweise ist es auch notwendig, besondere
multimediale Elemente oder solche Möglichkeiten wie einen Datei-Upload
anzubieten. Dieses Formular wird dann wieder in einen Rahmen mit
zusätzlichen Inhalten aus Text und Grafik eingebunden und entweder in
ausgedruckter Form oder in elektronischer Form ausgeliefert. Wie immer
ist auch hier die elektronische Form die vorteilhaftere von beiden
Varianten, denn nur sie erlaubt es, die eingehenden Daten zunächst
automatisch zu validieren, dann zu speichern sowie natürlich auch
überhaupt komplexe Oberflächenelemente anzubieten.
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